Geschichten


Vereinsgeschichten und Stories

Teil I Rudi Zott erinnert sich:

 

1976 hat alles begonnen. Ein bunt gewürfelter Haufen Club-Fans beschloss im Würzburger Hof bei Bier und Wein, am Turnier der örtlichen Vereine teilzunehmen. Weinrote Trikots, ein Sonderposten beim Sporthaus Brümmer wurden für 100.– DM gekauft und eine Mannschaft angemeldet. Damals waren dabei: Dieter Röhm (der Alte), Werner Richter (Schorschl), Karl-Heinz Brückner (Mathias Kneissl), Bernhard Schlereth (Butz), Helmuth Röhm (Coluna), Peter Katzorek (Katzmarek), Gerd Langer (Grandler), Vico Fenü (Kneipenwirt), Peter Pöpple (Barny Gröllheimer), Helmuth Volpert (Ocker), Günther Hofmann (Gummi) und Hubert Hupfloher (Hupfer). Rudi Zott trug damals einen Nasengips mitten im Gesicht, sah aus wie Dracula persönlich und durfte deshalb nicht mitspielen. Gleich in unserem ersten Turnier erreichten wir das Endspiel, das wir erst nach Elfmeterschießen gegen die Raiffeisenbank verloren. Ausgerechnet unser Peter konnte damals seinen Elfer nicht versenken, aber nach diesem sensationellen Start waren praktisch die Club-Fans Veitshöchheim geboren.
Werner Richter übernahm als Spielermanager die Führung unserer Truppe und wir wurden zu einem festen Bestandteil der örtlichen Szene. Um Geld in unsere leere Kasse zu bekommen wurde schon bald das erste 3-Tage Fest veranstaltet. Harald Röhm (Hauer) stellte sein damaliges Grundstück an der Hofellernstrasse zur Verfügung und das erste von vielen sagenumwobenen Cluberer-Festen nahm seinen Lauf. Das Bier floss in rauen Mengen. Als Bar wurde kurzerhand Haralds Ziegenstall umgebaut und mit Asbach aufgeladen. Ein Hütchen kostete eine Mark. Davon konnten wir das ganze Fest finanzieren! Haralds Geißbock fand in Karl-Heinz Brückner einen echten Freund, der sogar beim Bock im Käfig schlief. Schon bald waren die beiden geruchsmäßig nicht mehr zu unterscheiden. Als Kalle das Viech auch noch küssen wollte, biss ihm dieses jedoch in die Zunge. Ob aus Liebe oder weil Kalle so schlecht küsste, wurde nie ganz geklärt.
Günther Wehner (Loisel) und Nikolaus Röhm (Pico) waren in eine kleine Grube (Bombentrichter) gefallen und schafften es 12 Stunden lang nicht, wieder heraus zu krabbeln. Ein Geist aus Rüdesheim soll daran Schuld gewesen sein. Vermutlich war es auch dieser Geist, der Loisel nach drei Tagen ohne Schuhe und Hemd wieder nach Hause führte.

Manfred Bäcker (Haus und Hofpolizist) ging ohne Brille nach Hause. Die hatte er nachts im Wald als Voyeur verloren. Verloren hatte auch sein Polizeihund. Manni ließ ihn nämlich gegen Hauers gewöhnlichen Feld– Wald und Wiesenhund antreten. Manni meinte: „Lass sie doch mal kurz gegeneinander Kämpfen, damit dem Hauer sein Hund merkt, was echte Polizeiausbildung bedeutet. Der Kampf dauert eh nur 10 Sekunden.“ Hauer meinte, dass sein Hund kein Spielhund wäre und ließ es geschehen. Hauers „Köter“ biss Mannis Schäferhund sofort ins Bein und bekam zur Belohnung eine dicke Bratwurst und einen kräftigen Schluck aus dem Biereimer, der unter dem Pilsfass stand. Manni schleppte seinen Hund tatsächlich nach nur 10 Sekunden zum Tierarzt. Vermutlich war sein Hund taktisch falsch eingestellt, hatte die Räume nicht eng gemacht und den Gegner nicht genügend unter Druck gesetzt.

Taktisch klug hingegen verhielt stets Attila, Gummis Hund. Der wusste immer, wo das Tropfbier stand. Er fraß auch nicht nur gewöhnliche Bratwürste, sondern schaffte es auch mal, eine ganze Gulaschkanone, eine Morgengabe frisch von Hans Leitersbach serviert, fast im Alleingang raus zu schlappern, nur weil sie auf dem Boden stand. Allerdings einmal war ihm die Gunda böse, weil er deren Donauwellen gefressen hatte. Geärgert hat sich die Gunda aber auch, weil der Winklers Fred, der Zotts Rudi, der Gummi und die Weisers Gabi zusammen (!) ausgerechnet in dem Wännchen baden mussten, in dem die Gläser gespült wurden. Aber Ärger gab es praktisch auf jedem Cluberer-Fest. Schorschl zum Beispiel reiste gruundsätzlich 22 bis 4 mal ab, um nach Stunden beleidigt wieder zu kommen. Hauer musste grundsätzlich seinen Platzhirschen heraus hängen und ein paar Schellen verteilen. Auch das störte eigentlich keinen. Ob bei Weisers auf dem Wochenendgrundstück, bei Pit auf der Ranch, auf Hauers Waldgrundstück, bei Mroseks im Höfle oder auf dem Grillplatz, alle Club-Feiern waren ein Wahnsinn.

Besonders schwierig war immer die Sache mit dem Stromaggregat. Werner Lindner (Hinkebein-Toni) war deshalb fest als Maschinist engagiert. Leider verlor er öfters den Überblick und wir hatten keinen Strom. Einmal brachte uns der Grafs Toni ein riesiges Aggregat weil unseres wieder ausgefallen war. Das Gerät fiel am Eingang vom Festplatz vom Wagen und keiner schaffte es, das Monstrum auch nur einen Zentimeter zu bewegen, weil es viel zu schwer war. So blieb es dort 3 Tage lang liegen. Am dritten Tag kam der Grafs Toni mit einem Kranwagen und lud das Ding wieder auf. Dann trank er noch schnell so 15 Bierchen und fuhr mit dem Kranwagen samt Aggregat in den gegenüberliegenden Straßengraben. Unverletzt stieg er dann aus, kam zurück zum Fest und trank weiter. Wie und warum Toni und das Aggregat erst eine ganze Woche später heimkamen weiß vermutlich auch nur der Geist aus Rüdesheim.
Die Feste nahmen immer, größere Ausmaße an. Einmal haben wir in 3 Tagen 48 Liter Asbach getrunken. Der Steinert unser Hoflieferant brachte stets zweimal am Tag kühles Bier. Auch unser Essen wurde immer pompöser. Haxen oder Steckerlfisch reichten nicht mehr aus. Ronald Rupp, (Ranny) fuhr einmal mit seinem Eismann-Tiefkühlkostwagen vor und servierte vom Feinsten: Rehbraten, Fasanbrüstchen mit kandierten Früchten und Eis in allen Variationen. Wie er das dann abgerechnet hat, weiß kein Mensch., aber geschmeckt hat`s Echt toll.

Einmal, das Fest war um und wir hatten gerade alles abgebaut, tauchte Fred Pohley mit seiner Gitarre auf. Sofort wurde Jürgen Kolb (Pöschl) nach Hause gefahren, um sein komplettes Schlagzeug zu holen und die beiden gründeten eine Combo. Das Fest wurde kurzerhand verlängert. Da aber viele am Montag hätten arbeiten müssen, wurde am Montag früh kurz unterbrochen und alle holten sich einen Krankenschein. Bei einem Hausarzt trafen sich 8 Cluberer im Wartezimmer. Dann wurde weitergefeiert. Es wurde das längste Club-Fest aller Zeiten.

Aber es gab nicht nur Clubfeste. Wir besuchten auch äußerst erfolgreich zahllose Fußballturniere. Unvergessen sicher unser Auftritt 1981 in Schrozberg. Das erste Spiel verloren wir noch 1:0. Doch tranken wir damals als Markenzeichen immer schon zu jeden Spiel bereits beim Einlaufen einen Becher voll Asbach. So wurden wir zum größten Erstaunen aller anderen Gäste von Spiel zu Spiel stärker. Im Endspiel zauberten wir „wie im Rausch“ und gewannen das Turnier.
In Reuchelheim hatten wir keinen Schlüssel für unsere Umkleidekabine gebraucht, weil alle durchs Fenster ein und ausstiegen. Weißbier aus Maßkrügen hieß damals unser Zaubertrank, der uns zum Turniersieg führte. Aber keiner neidet uns unsere Erfolge, waren wir doch stets auch überall, wo wir zu Gast waren, in jeder Bar die Umsatzkönige vor während und nach dem Spiel.

Stark waren auch unsere Ausflüge Edgar Schneider (Schneckenmeck oder auch der einzige weiße Neger vom Konti) hatte eine Fahrt nach Tutzing zu unserem ehemaligen Jugentrainer und Meistermacher Walter Mahr organisiert. Kurz vor der Abfahrt sagte Schneckenmeck jedoch seine eigene Teilnahme ab (angeblich hatte seine Oma einen Eisprung). Vom Proviant her waren wir ausgerüstet als ging es für 3 Jahre in den Kongo. Doch als wir mitten in der Nacht bei Walter ankamen, öffnete niemand die Tür. Kurzerhand schlugen wir im Vorgarten ein Lager auf und schliefen dort im Schlafsack. Als Walter dann früh aus seinem Küchenfenster schaute traf ihn fast der Schlag. Woodstock war ein Kaffeekränzchen gegen das, was sich da in seinem Vorgarten abspielte, leere Flaschen, halbentblößte Cluberer und die gesamte Nachbarschaft am Gartenzaun hielten Siesta. Obwohl uns Walter versicherte, dass er keine Ahnung von unseren Besuch hätte, blieben wir natürlich da. Seine Kinder Sarah und Daniel mussten ihre Zimmer räumen und wir wurden einquartiert. Am halfen wir Walter, bei einem Nachbarn einen Baum zu pflanzen. Dieser staunte nicht schlecht über diesen tollen „Bautrupp“ , den Walter da mitbrachte. 7 Mann hielten Bocksbeutel in der Hand und einer die Schaufel. Der mit der Schaufel war unser Grandler. Mit Kippe im Mundwinkel zeigte er allen, was ein echter Eisenbieger drauf hat. Als jedoch Schorschl die Frechheit besaß, die tiefe der Grube nachzumessen, flog die Schaufel im hohen Bogen in den Dreck. Grandler beanspruchte für seine Leistung in dieser Nacht auf Walters Sofas schlafen zu dürfen. Als er sich Nachts tatsächlich auf die Couch legte, maulte ihn Dieter, unser Alter, energisch an, weil eigentlich ausgemacht war, dass das Sofafrei bleibt. Als Antwort hob Grandler seinen Hintern etwas an und ließ einen fahren, einen von der härteren Sorte. Ruck Zuck waren die Scheiben beschlagen und manche von uns bekamen gelbe Schnäbel. Daraufhin floh Dieter über den Balkon ins Freie, lief der Eisenbahnschiene nach und wart tagelang nicht mehr gesehen.
Sehr beliebt waren auch unsere Fahrten zum Club. Am 21. September 83 fuhren wir mit dem Zug nach München zum Spiel gegen Bayern. Schorschl hatte Geburtstag und 3 Flasche Wodka-Orange unter dem Arm. In Rottendorf waren die 3 Liter schon getrunken. In München Hauptbahnhof angekommen schlief Waldi Hartmann, Gast aus Erlabrunn, auf der Rolltreppe auf Ernst Lieblers Schulter ein. Einige schafften es dann nur noch in den Matthäser Bierkeller und nicht mehr bis ins Olympiastadion. Schorschl schüttete im Stadion seinem Vordermann vier volle Becher Bier ins Kreuz und sich selber zwei über den Kopf. Seine Frau war zu diesem Zeitpunkt längst abgereist. Auf der Heimfahrt erwischten Tiger Kurt und Heini Wolf den falschen Zug. Leider hatten aber ausgerechnet diese beiden unseren Proviantkoffer dabei. Während sogar Bahnpolizisten betrunken in Würzburg Tigers Zug verließen, machte im anderen Zug der Restaurantkellner das Geschäft seines Lebens. Nicht einmal ein einziger Flachmann war dort noch vorzufinden. Wie das Spiel ausging wussten an diesem Tag nur wenige Geheimnisträger.
In 22 Jahren Club-Fans Veitshöchheim gab es natürlich nicht nur Feiern.
1986 führte Werner Richter gemäß Beschluss einen Beitrag von 24 DM ein, der heute noch gültig ist. Anfang der 90 er Jahre waren dann Aktivitäten rar geworden. 1993 übernahm Rudi Zott den Verein. Zusammen mit Udo Dütsch als zweiten Vorstand und Peter Katzorek als Kassierer gab die neue Vorstandschaft dem Verein eine ordentliche Satzung und trug den Verein ins Vereinsregister der Gemeinde ein. Fortan gab es Mitgliederversammlungen, in der die Vorstandschaft gewählt und die Kasse von Revisoren geprüft wurde. Während der Club in Nürnberg ein ums andere mal abstieg, blühte unser Fan-Club wieder auf. Einer der zahlreichen Höhepunkte war sicher unsere Ehrenrunde im Frankenstadion vor imposanter Kulisse. 1997 übergab Zottl, der eigentlich nur ein Jahr Vorstand bleiben wollte, das Zepter an seinen Stellvertreter weiter. Seither geht’s mit dem 1.FC Nürnberg ebenfalls wieder aufwärts. Freuen wir uns also auf die neue Saison und auf noch viele Club-Feiern.

Teil II Rudi Zott erinnert sich

Im 1.Teil unserer Veitshöchheimer Geschichten waren wilde Stories aus den Jahren 76 bis 96 zu lesen. AAAber, es ging ja weiter, wie´s eigentlich immer irgendwie weiter geht mit unseren Suuuba-Club.
Die Profis waren bis in die Regionalliga abgestiegen. Dann begann eine neue Ära. Udo Dütsch war bei den Veitshöchheimer Club-Fans vom 2ten zum ersten Vorstand aufgestiegen und führte nicht nur uns zu neuen Ru(H)mes-Taten. Der Club eilte von Sieg zu Sieg und wir feierten natürlich mit.

Unvergesslich das Spiel in Weismain. Verstärkt mit Udo Puchtas Bitburger Team (Hupps Paul, Deubels Manni und andere Leistungs-Trinker) donnerten wir zusammen mit 15000 weiteren Fans über die Highways nach Oberfranken in die 3000 Seelen Gemeinde. Unser Vorstand spielte DJ und schepperte uns Dieter Thomas Kuhn um die Ohren, dass dessen Schmalzlocken schon aus dem Cassettendeck heraus hingen.. Bereits 4 bis 5 KM vor dem Ort hatte irgend so ein Rindvieh mit Club-Papper auf dem Auto geparkt. Prommt parkten brav alle Hutsimpel aus nah und fern sooweit außerhalb und hatschten dann zu Fuß durch das ganze Kaff Richtung Waldstadion. Die Einheimischen empfingen uns mit Club-Fahnen und Wohlgesängen. Eltern erklärten ihren Kindern: Das sind die Cluberer, die müssen heute unbedingt gewinnen, damit unser Club aufsteigt. Nächste Woche schrein wir dann wieder für unsere Weismainer.

Das Stadion brach aus allen Nähten. Sehen konnte man allenfalls die Bierverkaufstände. Aber der Akustik nach wussten all am Schluss: wahrscheinlich hat der Club gewonnen! Reiner und Dieter Wirsing, beide spielten für Weismain (genau der Reiner wo damals gegen die Bayern des dolle Tooooor äh wahnsinn) besorgten uns VIP-Karten für die Privat-Lounge und wir feierten bis in die Puppen bei Ice-Beer und Boonsfarm.

Auf dem Heimweg durch das verträumte Dörfchen sah es aus wie damals beim Mahrs Walter, wo mir Jugendmeister worn sin: Das ganze Kaff einschließlich Mülleimer leergesoffen und leergefressen. Kee Wunner bei dere Preise: 1 Maß Bier kostete 5 Mark, ein Schnitzel mit Pommes 5 Mark fuufzich. Und was für Abortdeckel! Da konnte nix über bleiben. Selten waren wir Auswärts so verwöhnt worden.
Wir besuchten jetzt dank Udos Initiative wieder erheblich mehr Clubspiele.

Dann, nach bitteren 3 Jahren, genau nach 1115 Tagen, gab es endlich wieder etwas Großes zu feiern: Aufstieg! Zwar war es nur der kleine Sprung in die zweite Liga aber wir beschlossen sofort, unseren Asbach, Whisky und andere Cola-Verdünnungsmitel auszugraben. Da keiner so recht wusste, ob net vielleicht sein letzter Aufstieg im langen Clubererleben ist, wurde Tigers Gärtle kurzerhand umgeschoren und die braune Pracht in Sicherheit (in insere Därma) gebracht. Es war, so meinten viele, der beste Asbach, den wir je tranken.

Im Jahre 98 kam es dann zu einem echten Scharmützel. Der Gra(N)dler forderte den Udo heraus zum Kampf um den Kappo-Posten. Allerdings nicht offizell, sondern nur am Tresen, wenn Udo gerade nicht da war. So war dieser doch sichtlich überrascht, als es auf der Generalversammlung plötzlich hieß: Udo versus Gra(n)dler.

Der Gerd hatte zuvor noch ein paar neue Mitglieder im Würzburger Hof aufgenommen und natürlich gleich mitgebracht. Diese wussten allerdings kaum mehr, ob sie hier Wagners Ring der Nibelungen hören oder einem Swinger-Club beitreten sollten.
Aber sie wussten noch, wer das Bier bezahlt hatte und wählten unheimlich heimlich den Gerd. Ich war Wahlvorstand und ließ es mir nicht nehmen, die geheimen Wahlzettel selbst einzusammeln. Geschickt sorgte ich dafür, dass die rechten Wahlzettel rechts und die „linken“ Wahlzettel links im Hut lagen. Dann wurde laut vorgelesen: Langer, Langer Langer...sieben mal. Ein Raunen ging durch die Massen.
Gra(n)dler hatte seinen rechten Arm stark angewinkelt und schaute gebannt auf seinen Bizeps. Die linke Hand spielte lässig an seinem Bierglas und in seinem Mundwinkel qualmte eine Rothhäandle (oder wars ä Overstolz?).
Nun konnte ich die anderen Stimmzettel vorlesen lassen. Alle für Udo, der die Wahl natürlich gewann. Gerd (immerhin 2 ter Sieger) wischte sich das Pitralon vom Kinn und gratulierte Udo (Vorletzter von 2).
Hoch und heilig versprach er ein Säukopf_Essen auf seiner Sendelbach_Ranch. „Abba bei mia gibt‘s kee so ä billiges Gelump, da gibt‘s ganze Säuköpf, mit Rüsseli, Schwänzli, Öhrli und Bäckli zum abschneide, verschteest?
Das hörten wir dann so wöchentlich 17 mal bis zum 22. August. Dann war es so weit.
Wie die Hanghühner standen wir auf Gerds Grundstück im Sendelbach und starrten gebannt auf Sauköpf, die uns seine Schwestern servierten: klee geschnittenes Kesselflääsch mit viel Blüüh. Aber geschmeckt hats natürlich trotzdem prima.
Überraschend gut verstanden sich nun der Udo und der Gerd, ja so gut, dass die zwä im Jahr drauf g‘heiert ham! Nää, net gegeneinander, aber kurz nacheinander.
Allerdings hat der Udo ihn da gleich wieder übertrumpft, weil er sofort ein Golden Goal (Gluberer-Nachwuchs) erzielte, während der Grandler noch keine Granate ins Ziel gebracht hat.
Die Vorstandschaft bot nun ein Event nach dem anderen an.Stammtischfeiern, Turniere und Fahrten wechselten sich ständig ab.
Besonders die Weihnachtsfeiern entwickelten sich zu beliebten Unterhaltungsshows.

Allein die Fahrt im Doppelstockbus mit den Löwen ins Olympiastadion könnte Seiten füllen.11 Mann gleichzeitig auf dem Ein-Mann_Clo zogen sich den Duft von Marlboro Light und Lexo ohne Filter (unser Lonesome Cowboy) rein.
Winni das Handtuch hatte wieder mal 3 Handtücher und 29 Paar Pfefferbeißer dabei, von denen „Walter der Cafe“ 29 Paar verteilt hatte, bevor Winni stolz die erste Wurst Anbieten konnte. Unser Club schaffte es natürlich die Löwen in ihrem eigen Käfig zu schlagen, wir hatten aber dafür personell größere Verluste. Winni wurde an einer Raststätte wegen zu langsamen auspacken beim Urinieren ohne Handtuch stehen gelassen und Lexo ging in der Auwaldsee-Gaststätte in einer Disco verloren. Aber bei einem guten Verein findet sich alles wieder.
Es hätte alles so schön sein können, wenn da nicht dieser saudumme 29.Mai gekommen wäre. Club Platz 12, letzter Spieltag und wieder schafft der Club das Unfassbare: er steigt ab. Pfffzz
Es war wohl eine der allerschwärzesten Stunden in jeder überdurchschnittlichen Cluberer Karriere. Schorschel schwor, 5 (in Worten: fünf) Jahre das Frankenstadion nicht mehr zu belästigen. Seitdem wird ab und zu eine Person inkognito mit Sonnenbrille und tief vermummt vor dem Stadion beobachtet, aber Beweise gibt‘s noch net.
Jetzt hatten wir keinen Bock mehr, Flaschen zu vergraben. Der Mee wurde eingenebelt, Schelche glitten lautlos übers Wasser. Hie und da sappte einer laut fluchend in Entenscheiße. Fackeln verbreiteten gespenstisches Licht.
Und dann, mitten drin die Cluberer, grölten mit majestätischen Gesang „Und wir steigen wieder auf, Hallelulja“
Uuuuuuuuuuuunglaublich!
Für jeden Club-Spieler, der am Abstieg beteiligt war (immerhin 29 Mann, obwohl, Baumann könnte eine Mimose sein, sonst hätt der doch des Ding net vergurkt..) wurde eine Flasche geleert und in den Fluten versenkt. Mögen die bösen Abstiegs-Geister einen Weg durch den Main-Donau-Kanal finden und irgendwo an der Isar landen! Allmächt! Heiliger Metzgermeister Heinz Strehl, steh uns bei.
Gleichzeitig wurde Friedel die Macho-Sau geboren. Ein Schwein das Geld frisst. Und das wird nur beim Aufstieg geschlacht, ham halt gesacht. Mitsammt Rüssele und Öhrli und so. Und damit se a schö fett wird, ließen sich Peter und co bei der letzten Weihnachtsfeier einen riesigen Fragebogen einfallen. Wichtig war eigentlich nur die Gewichtsangabe. Aber des hat ja sonst kenner gewisst. Es kam, wie es kommen musste, das Gewicht wurde bei jedem überprüft.
Hauptwaagemeister Kurt der Tiger (Cluberer seid es Dinosaurier gibt) klemmte bei jedem seinen großen Zeh mit auf die Waage und schwups wurde aus Stan Laurel ein Oliver Hardy. Pro Kilo gabs Märker in die Sau, bei mir allees scho 26 Stücker. Awer wenn‘s fürn Aufstieg is….
Aber es sieht ja scho wieder ämal klasse aus. Die Club-Fans haben dem 100 ten Geburtstag des FCN bei Riesentorte (40 auf 60) und Kaffe gefeiert und jetzt steng mer mit 16 Punkten vor einem Nichtaufstiegsplatz. Des hesst: irgendwas passiert widder, abba was?
Irgendwann wird der Maxl Morlock vom Himmel runner schaun un Beifall klatschen.

Und ens schwör ich: mir sin dabei. So oder so.

Ein Vierteljahrhundert Club-Fans Veitshöchheim oder 25 Jahre im Leben des 1.FC Nürnberg

Nachdem wir schon jahrelang immer wieder gemeinsam vor dem Fernseher des Würzburger Hofes um den Ruhmreichen gezittert haben, war dann  letztlich das erste innerörtliche Turnier für Stammtisch– und Freizeitmannschaften im Sommer 76 für uns der Anstoß, eine Mannschaft der Club-Fans zu melden. Ein Dutzend Veitshöchheimer Glubberer nutzten auch gleich dieses Turnier noch, um einen ordentlichen 1.FCN Fan-Club zu gründen. Unter dem Teammanager Schorschl erfolgte diese Geburtsstunde der Club-Fans Veitshöchheim wenige Tage nachdem der Nürnberger Club zwei Aufstiegsspiele gegen Borussia Dortmund verlor und damit den ersehnten Wiederaufstieg in die 1.Bundesliga verfehlt hatte.
Knapp verpasst haben leider auch wir bei unserem ersten Auftritt den Turniersieg.
Im Jahre 1978 war RW Essen der Gegner in den Aufstiegsspielen. Beim vierten Versuch in die Bundesliga zurückzukehren galt es dabei auch, ein Ungeheuer auszuschalten. Mit einem 1:0 Polster aus dem Hinspiel fuhr man am 09.06.78 in die Essener Hafenstraße. Dorthin fuhren an diesem Freitagnachmittag auch Rudi und Schorschl mit dem Motorrad. Der erste technische Halt erfolgte zwar bereits am Rothof, doch die beide erreichten schließlich nach einer Stadtrundfahrt in Essen auch noch das richtige Stadion.
Aufgrund der defekten Lichtmaschine musste der Boxenstopp in Essen bis zum nächsten Tageslicht verlängert werden. Doch Grund genug für eine größere Feier vor Ort wae gegeben. Denn die beiden Veitshöchheimer Glubberer durften auf ihren Motorradhelmen stehend nicht nur Manfred Müller, den Held von Essen, sondern auch ein hochdramatisches 2:2 erleben.
Leider ist der Club nach dieser Saison 78/79 als Tabellensiebzehnter wieder abgestiegen. Da half es auch nichts, dass man aus München den Hoeneß für 11 Spiele angeheuert hatte.
Schon in der nächsten Saison qualifizierte sich der Club wieder fürs Fußball-Oberhaus. Doch zunächst musste bereits nach drei Spieltagen der Trainer gehen, ausgestattet mit einem Schuhkarton und der Abfindung drinnen! Unter seinem Nachfolger Zapf Gerhardt konnte der Club vier Spieltage vor Schluß bei einem Sieg gegen KSC den direkten Wiederaufstieg perfekt machen. Zeugen dieses missglückten Versuches war unsere Abordnung in schwarzen Anzügen und Zylinder als ein stilgerechtes Outfit für die vorgesehene Aufstiegsfeier. Doch der KSC hatte keine Angst vor den schwarzen Männern auf der Tribüne und erzielte ein 1:1. So musste man bis zum vorletzten Spieltag und auf einem 1:0 Sieg beim MTV Ingolstadt warten.
Ein kleines Jubiläum gab es dann in der Rückrunde dieser neuen Erstligasaison. Für Trainer Heese war schon einen Tag vor Aschermittwoch alles vorbei. Der 20. Trainerwechsel beim FCN seit dem Start der Bundesliga 1963 war damit vollzogen.
Wir konnten unseren ersten Turniererfolg schließlich im Herbst 1981 feiern. Auf dem Sportplatz von Schrozberg, der mehr an eine Mittelgebirgslandschaft erinnerte, hat unsere Fan-Club-Auswahl dank des großartigen Stehvermögens den Pokal geholt. Nach einer  Runde - mit dem üblichen Trainerwechsel in der man schließlich den Klassenerhalt mit der Eichhörnchenmethode sicherstellte, war der Club nach langer Zeit wieder im DFB-Pokal-Finale. Wir verfolgten dieses Spiel bei unserem Senior Walter (verstorben) in dessen Spezialitätengaststätte „Zur Bahnhofsrestauration“. Während der Halbzeitpause wurden schon Hütchen aufgefahren. Doch die Wirkung unserer Drogen reichte nicht bis nach Frankfurt.
Lange vor Abschluß der blamablen Saison 83/84 stand der FCN als Absteiger fest. Vier Trainer in 34 Punktspielen waren vielleicht doch einer zuwenig.
Erstaunlicherweise durfte nach dieser Spielzeit erstmals ein Trainer in Nürnberg bleiben, obwohl er bis dahin völlig erfolglos gearbeitet und sogar eine Serie von zehn Niederlagen in Folge aufzuweisen hatte!?
Premiere hatte auch unsere Begräbniszeremonie. Ein Holzsarg mit wertvollem Inhalt wurde unter großem Wehklagen, aber auch mit lautstarken Beschwörungsformeln ca. 80 cm tief in Pit‘s Ranch vergraben.
Im Jahre 1984 konnten wir erstmals das innerörtliche Turnier gewinnen. Wichtigste Grundlage hierfür war die Vorgabe, die sang– und klanglos abgestiegenen Kicker im weinroten Dress nicht als Vorbild zu nehmen. Natürlich haben wir auch nicht die Trainerinflation kopiert. Unsere Trainer saßen immer fest im Sattel.
Im Herbst des Jahres 1984 konnte der 1.FCN wieder mit einem Novum aufwarten. Eine Spielerrevolte gipfelte in der Entlassung von sechs Spielern und nicht wie üblich in der des Trainers. Fußball-Deutschland schaute nach Nürnberg. Insbesondere, als nach einem Aufstiegskrimi am Ende der Saison der Club sensationell als Zweitligameister wieder aufgestiegen war.
Was keiner der Trauergäste noch im Vorjahr für möglich gehalten hatte war eingetreten. Nach einem Umzug vom Kirchplatz zur Steige hinauf, begleitet von Musik, durfte der Holzsarg mit der 3-Liter-Flasche-die sich letztlich aber als zu klein erwies - wieder ausgegraben werden.
In diesen achtziger Jahren hatten unsere Glubberer-Feste einen erheblichen Anteil am Verbrauch der Getränke, die in 3-Liter-Flaschen abgefüllt sind. Verschiedentlich ging sogar das Gerücht, dass die Herstellfirma eine Produktionstätte nach Veitshöchheim verlegen wollte. Wahrscheinlich gleich neben der Dependance der Brauerei vom guten Stern. Über den Konsum von Steaks, Bratwürsten, Hax‘n, fischen oder anderen Teilchen kann hier aus Platzgründen nicht näher eingegangen werden.
Weil die folgenden Jahre für die Nürnberger Bundesligageschichte bislang einmalig sind, soll an dieser Stelle nicht versäumt werden dies herauszustellen: Neun Spieljahre gehörte unser Ruhmreicher nun ununterbrochen dem Fußball-Oberhaus an.
Bereits in der ersten Saison nach diesem unerwarteten Aufstieg war man schon wieder Deutscher Meister - wenn auch nur Zuschauermeister.
Besonders glänzen konnten wir im Sommer 86. In Reuchelheim haben wir in souveräner Manier das Turnier der umliegenden Fan-Clubs gewonnen. Dabei beherrschten wir über zwei Tage ball, Gegner und Theke gleichermaßen nach Belieben.
Dieser Erfolg kam gerade rechtzeitig zum 10-jährigen Besten der Veitshöchheimer Glubberer.
„Nürnberg grüßt Europa“ konnte Günther Koch begeistert, aber auch erleichtert, am 14.05.88 in sein Radiomikrophon brüllen, nachdem sich der Club für den UEFA-Cup qualifiziert und auf der europäischen Fußballbühne zurückgemeldet hatte.
Aber auch wir waren in dieser Zeit nicht untätig, fuhren ins benachbarte Ausland und bestritten mit unterschiedlichem Erfolg Turniere in Marktheidenfeld und Birkenfeld.
Für den Club war leider nach der ersten Runde im UEFA-Pokal schon wieder Schluß. Auf der Baustelle Frankenstadion verspielte man noch die gute Ausgangsposition aus dem Hinspiel.
Ebenfalls einmalig war das Gastspiel unseres Glubberer-Festes im Hof der Familie Mrosek. Aus Rücksicht auf die Nachbarn war auf leichte Verdauung zu achten, so dass nur einige Dutzend Hax‘n geordert wurden.
In der nächsten Saison bescherte uns der FCN wieder einmal ein Herzschlagfinale mit gutem Ende. Der Immobilien-Präsi meinte dazu, dass die „Aktion blaues Auge“ gelungen sei.
Unsere Veitshöchheimer Glubberer-Mannschaft spielte dagegen gewohnt souverän auf und belegte einen Platz im sicheren Mittelfeld in einem hochkarätig besetzten Turnier in Oberthal. Außerdem holten wir noch den dritten Rang beim innerörtlichen Turnier in Veitshöchheim.
Historisches ereignete sich am 25.11.89 im Frankenstadion. Die Selbstklebeetikettenindustrie bedankte sich dafür mit dem Aufkleber: „4:0 gegen die Bayern. Ich war dabei“.
Völlig normale Vorgänge spielten sich dann wieder im Frühjahr 1990 ab. Der Club entließ Trainer Gerland, wir belegten mit unserem Dreamteam auf dem Betonplatz von Aura den dritten Platz und bei unserem Glubberer –Fest auf dem Grillplatz gab es heiße Weißwürste. Feuriges Gulasch und kühles Bier.
Im Spätjahr 1990 befand sich der Club wieder einmal auf einer Durststrecke und verlor Woche für Woche die Punkte. In einer solchen Phase mussten natürlich auch wir ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um dem Ruhmreichen wieder in die Erfolgsspur zu verhelfen: Am Samstag stand das Heimspiel gegen Hertha BSC und damit ein weiterer grausamer Nachmittag auf dem Programm. Als Sofortmaßnahme haben wir für diesen Samstag früh einen Stammtisch im Spätzeck angesetzt. Die Vorgabe lautete solange dort sitzen zu bleiben, bis das Spiel gegen Berlin gewonnen ist. Wenn die Kreissparkasse nicht vor wenigen Jahren diese Kneipe in einen Schalterraum umgebaut hätte, würden sicher immer noch einige von uns dort sitzen, denn es gab ein jämmerliches 1:4.
In der Winterpause kehrten die verlorenen Söhne Eckes und Charly an den Valznerweiher zurück. Dazu kam dann auch noch eine Zaubermaus. Auch zurück– allerdings getreten- ist dann der Immobilien-Präsi, nachdem seine Vorstandskollegen ablehnten aus dem Trainer einen fliegenden Holländer zu machen.
Am letztern Spieltag dieser Saison sind wir dann  zum Sportplatz in die Lohrheide gefahren. Wir erlebten dort, wie der Club mit einem klaren 1:0 Sieg den Kopf gerade noch mal aus der Schlinge zog. Außerdem durften wir live und ohne Aufpreis sehen, wie Jörg Dittwar nur noch seine blanke Haut in die Kabine retten konnte, nachdem die mitgereisten Fans seine ganzen Textilien als Souvenir beansprucht hatten.
Es folgte eine richtig schöne Saison mit vielen Auswärtssiegen. Die Qualifikation für den UEFA-Cup wurde leider nur knapp verpasst. Dies sollte allerdings für viele Jahre die letzte sportlich sorgenfreie Spielzeit sein.
Nachdem von der Konkurrenz der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung kam, war man schließlich trotzdem erfreut über die Lizenz für 92/93. Aber, um Verbindlichkeiten abzutragen, wurden wichtige Spieler verkauft. Der Herr Präsident aus Lauf focht einige interne Duelle mit seinen Angestellten aus und es gab wieder ein Zittern bis zum Schluß. Am letzten Spieltag lag der Club kurzzeitig 0:1 gegen Saarbrücken zurück und konnte sich schon mal für einige Minuten als Zweitligist fühlen, bevor der Spieß doch noch umgedreht wurde.
Zu Beginn des Jahres 93 haben wir erstmals formell eine neue Vorstandschaft gewählt: Rudi, Udo und Peter wurden auserkoren, um wieder etwas Leben in die Veitshöchheimer Glubberer Bude zu bringen. Die 17-jährige Ära unseres Teammanagers ging damit zu Ende. Danke Schorschl.
Ein erstes Highlight hatten wir bereits im März. Weil Pink Floyd kurzfristig absagen musste, spielte im Spätzeck nur für uns die in Veitshöchheim weltberühmte Oldieband „Blow up“ auf! „Wollt ihr noch einen ?“
Mit dem Beschluß über eine Vereinssatzung hat dann im Frühsommer 1993 die Bürokratie auch bei uns Einzug gehalten. Zum sportlichen Ausgleich haben wir gleich ein Spielchen gegen die Feuerwehr gemacht und anschließend den Brand im Bauhof gelöscht.
Wie jeder weiß, ist eine gute Vorbereitung äußerst wichtig für den Verlauf einer Saison. Vor dem Beginn der ereignisreichen Spielzeit 93/94 sprach Trainer Entenmann von einem Mittelplatz als Ziel. „Wenn es mit einem UEFA-Pokal-Platz klappen sollte, wäre das eine tolle Sache“. So stand natürlich auch unser Glubberer_Fest im Sommer ganz im Zeichen der Saisonvorbereitung. Der Frische-Express Wallesch belieferte unser Trainingslager am Grillplatz mit allem, was für eine Saisonvorbereitung absolut notwendig ist: Asbach, Bacardi, Campari, Chivas und andere wichtige Vitamine !
Diese ausgezeichnete Vorbereitung zeigte dann auch bald erste Erfolge mit dem 6.Platz beim innerörtlichen Turnier. Damit haben wir schon mal gezeigt, wie man sich einen UEFA-Cup-Platz erspielt. Die Jungs im weinroten Trikot hätten sich nur ein Beispiel an unserem sportlichen Abschneiden nehmen müssen…
Eine ganz neue Variante in Sachen Trainerentlassung hat sich der kleine Präsident aus Lauf im November 93 ausgedacht. Nach einem 2:0 Heimsieg gegen Bayern hat er den wackeren Schwaben Willi entlassen. Wahrscheinlich hatte die Mannschaft an diesem Tag die große Chance vertan, etwas für die Tordifferenz zu tun. Wirklich vorausschauend dieser Mann !
An einem herrlichen Apriltag des Jahres 94 bestiegen wir mit großer Belegschaft und noch größerer Marschverpflegung den Zug ins Voralpenland zu unserem Lieblingsgegner. Gleich nach der Ankunft im Münchner Hauptbahnhof haben wir sofort die mitgebrachten Bröter und Biere in einem Schließfach deponiert. Winnie übernahm als Mannschaftsältester die Verantwortung für den Schlüssel.
Am Abend standen wir alle, wenn auch etwas verstört, aber doch pünktlich am vereinbarten Zug nach Würzburg –nur Winnie nicht. Er war bereits in den Parallelzug eingestiegen-und mit ihm unsere gesamten Verpflegungsbestände aus dem Schließfach. So hatten wir nichts zu beißen und nichts zum runterspülen auf dieser ewig langen Heimfahrt. Doch es gab auch wirklich nichts zu feiern an diesem ominösen Spieltag.
Unser Abgesang auf die erste Liga erfolgte schließlich bei Walter im Graf Arco Stübchen gleich nach dem verlorenen Spiel in Dortmund.
Einige Wochen später folgte noch unser Trauerzug durch den Veitshöchheimer Altort, mit dem wir nun auch formell die 1. Liga verabschiedeten. Anschließend wurde noch eine Blechkiste mit hochprozentigem Inhalt im Garten des Tigers begraben. So war wenigstens gewährleistet, dass sich kein Unbefugter an unseren Sachen ranmacht !
Wir gelobten noch feierlich diese Kiste sofort nach dem Aufstieg wieder auszugraben und den Inhalt zu vernichten.
Die erste Saison in der zweiten Liga bescherte uns jedoch nicht den erhofften Grund für die Exhumierung. Im Gegenteil, nur am grünen Tisch konnte der Club diese Klasse erhalten.
Ganz anders dagegen waren unsere Sportlichen Erfolge. Beim inerörtlichen Turnier belegten wir einen guten vierten Platz ! Und dies, obwohl wir nicht nur altersmäßig, sondern insbesondere gewichtsmäßig zu den Stärksten zählten. Bei diesen Spielen zeigte sich ganz deutlich, Daß unsere ansonsten sehr beweglichen Akteure durch die mittlerweile hautengen Trikots erheblich beeinträchtigt worden sind. Wahrscheinlich wurden diese in die Jahre gekommenen Trikots in eben diesen zu oft mit dem falschen Waschprogramm behandelt.
Richtig ist, dass der Club im Jahr darauf zum dritten Mal in Folge sportlich abgestiegen ist. Nicht richtig ist jedoch, dass diese Häufung von sportlichen Misserfolgen der Grund für unsere Ehrenrunde im Frankenstadion gewesen sei. Vielmehr waren es die ersten zwanzig Jahre unseres Fan-Clubs, die im September 96 zu diesem Aufmarsch vor dem Regionalliga(!)-Spiel gegen den SSV Reutlingen geführt haben.
Im März 97 gab Rudi den Posten des ersten Vorstandes ab, um sich aufs kommunalpolitische Spielfeld zu begeben. Kronprinz Udo übernahm seine Funktion, fortan gewichtig unterstützt von Sepper.
Ganz so einfach sind die Turbolenzen der letzten Jahre in Nürnberg scheinbar auch an uns nicht vorbeigegangen. Denn erstmals in der Geschichte der Glubberer-Feste hat das aufgebaute Zelt die Nacht nicht überlebt. Ein gewaltiger Sturm—mit noch größerer Durchschlagskraft als der des FCN—hat nachts unsere Festhalle einfach umgeknickt. Vielleicht empfiehlt es sich zukünftig einen kompetenten Mann von der Feuerwehr mit der Zeltaufsicht zu betrauen, um sofort notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Ebenfalls bei äußerst stürmischen Wetter durften wir in diesen Tagen die vergrabene Kiste im Revier des tigers wieder ausbuddeln. Denn der Club war ja schließlich aufgestiegen! Daß natürlich der Aufstieg in die zweite Liga zu diesem Akt geführt hat, hätte sich Jahre vorher niemand träumen lassen!
Den „richtigen“ Aufstieg durften wir aber schon im nächsten Jahr feiern. Mangels vergrabener Vierziprozenter orderten wir deshalb nach der Rückkehr vom Spiel gegen Cottbus im Mainhattan schnell einhundert Freigetränke. Doch damit war es nicht getan: Schon traditionell war unser Aufstiegsumzug durch den Altort mit Blasmusik. Ziel war diesmal Pit‘s Biergarten an der Mainlände. Für das Glubberer-Fest 98 hat uns der neugewählte zweite Vorstand seine Ländereien im Sendelbach angeboten. Im Hinblick auf seinen bedrohlich herannahenden 50. Geburtstag sollte die Festtauglichkeit des Anwesens geprüft werden. Wir haben zugesagt und festgestellt, dass dort absolut kein Magerbeton verwendet worden war. Später am Abend waren auch noch einige 28er Sprieß zu sehen.
Seine Tauglichkeit als Erstligist konnte der FCN gerade im Frankenstadion nicht immer beweisen. Erst unter dem vierten Trainer dieser Saison 98/99 konnte endlich in der Rückrunde gegen Schalke der erste Heimsieg erzielt werden.
Im Frühjahr 99 beschloß die Generalversammlung unseres Fan-Clubs zukünftig alle Funktionen auf zwei Jahre zu wählen. Erste Schatten warf auch bereits das bevorstehende Jubiläum voraus. Anläßlich unseres 25-jährigen Bestehens haben wir einen Festausschuß installiert.
Zu einem Doppelschlag holten wir in der heißen Phase des Abstiegskampfes aus. Am Vorabend des 1. Mai haben wir den Kress-Bus gechartert, vollgeladen mit allerlei Brotzeiten und einem Kubik Trockeneios und sind nach Bochum gebrettert. Ganz tief im Westen hat uns der Auftritt des Ruhmreichen an diesem Abend stark an den Starlight-Express erinnert. Mit einem glanzvollen 3:0 Auswärtssieg wurde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt zurückgelegt.
Bereits am nächsten Vormittag, nur wenige
Stunden nach der
Rückkehr, hatten wir eine weiter Trainingseinheit angesetzt. Frühschoppen mit Weißwurst war im Treffpunkt zu bewältigen. Vereinzelte waren Doppelbelastung nicht mehr gewachsen. So musste das abendliche Sportstudio auf deren Präsenz verzichten. Alles schien seinen Gang zu gehen. Doch dann kam der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison 98/99. Es war Samstag, der 29.Mai 1999: Mir fehlen die Worte !
Es dauerte Wochen, bis wir angemessen reagieren konnten auf derartige konzentrierte Dummheit
Denn nach diesem überflüssigen Abstieg mussten wir völlig neue Wege gehen und Althergebrachte Methoden wechseln, um auf diesen traurigen Vorfall auch für die Zukunft effektiv zu reagieren. Es hatte sich gezeigt, dass gewöhnlichen Ein– und Ausgrabungen nicht mehr die erforderliche Wirkung entfalteten. Mit Original Veitshöchheimer Schelchen fuhren wir deshalb auf den Main hinaus. Zeremonienmeister Rudi und seine Beschwörungscrew versenkten 29 Bierflaschen, stellvertretend für die in dieser Saison eingesetzten Clubspieler, in den Fluten des Mains.
Bei dieser Trauerveranstaltung wurde unsere Aufstiegssparsau „Friedl“ geboren. Eigentlich sollte ihr nur ein einjähriges Leben beschieden sein. Doch es ist anders gekommen—wie eigentlich meistens bei unserem Club.
Obwohl der FCN nun wieder in der 2. Liga kicken musste, haben wir uns ein neues sportliches Outfit zugelegt, das allemal erstklassig ist. Nach langen Jahren und ausgedehnten Beratungen einigten wir uns auf die Fa.Kress als neuen Hauptsponsor und waren auch einverstanden mit einer Trikotwerbung.
Am 27.11.99 war es dann soweit: Bei der Jahresabschlussfeier übergab Henry einen glänzenden Trikotkoffer mit nagelneuen Trikots. Erfreulicherweise haben diese Trikots Längsstreifen, so dass die körperlichen Vorteile der Träger damit noch besser herausgestellt werden.
Gleich zu Beginn des Olympia-Jahres haben wir unsere neuen Textilien bei einem Turnier in Arnstein durch die Halle getragen. In diesem Jahr der Millenniumsspiele gingen wir dort schon einmal mit dem olympischen Gedanken beispielhaft voraus und haben vor allem teilgenommen.
Erheblich gesteigert hat sich die Glubberer Mannschaft dann beim innerörtlichen Hallenturnier und erreichte einen respektablen dritten Platz.
Alls es schon fast Nacht war bezüglich der Aufstiegshoffnungen des FCN, wurde kurz vor Fastnacht 2000 der Auge zum neuen Cheftrainer auserkoren.
Einen ganz runden Geburtstag durften wir am 04.05.00 im Treffpunkt feiern. Der 1.FCN wurde 100 Jahre. Wie es sich für eine solche Veranstaltung gehört, wurde mit Kaffee und Kuchen gestartet. Aber nicht irgendein Kuchen—nein, wir haben uns eine Spezialtorte in Form eines Fussballfeldes mit dem FCN-Emblem in der Mitte anfertigen lassen. Irgendwann an diesem Nachmittag ist dem Wirt dann der Kaffee ausgegangen und wir sind auf andere Getränke umgestiegen. Wie es sich für eine g‘scheite Feier gehört.
Zu dem erhofften Aufstieg hat es leider nicht mehr gereicht. Der neue Coach konnte nicht mehr alles richten, was vorher wie im Rausch verschenkt worden war. Doch mit einem 2:1 gegen die Leidgenossen aus Mönchengladbach wurde die Saison versöhnlich beendet. Wir konnten gemütlich in unserem Bus nach Hause Fahren und mit vereinzelten Fohlenanhängern das gemeinsame Schicksal begießen.
Im September besuchten wir dann natürlich auch die ausstellung „100 Jahre 1.FCN“ im Museum Industriekultur. Begeistert sahen und hörten wir vieles aus Früheren, glorreichen Zeiten. Wenige Stunden später hatte uns jedoch die Realität wieder eingeholt: Zweitligaspiel gegen Reutlingen: Aber immerhin ein ungefährdeter 2:0 Sieg der neuformierten Mannschaft.
Mitten in der Siegesserie des FCN feierten wir unser Oktoberfest im Würzburger Hof. Höhepunkt an diesem Abend war zweifellos die Präsentation und stilgerechte Einweihung unserer neuangefertigten, riesigen Fahne des Fan-Clubs. Der erste Ausflug unserer Fahne in ein fremdes Stadion führte nach Ulm und bescherte gleich drei wichtige Punkte.
Auch zu Beginn unseres Jubiläumsjahres setzte der Club seine Siegesserie fort. Selbst er kann sich nun—wie allerorts von kompetenten Fachleuten zu hören ist—fast nicht mehr vor dem Aufstieg retten. Damit stehen natürlich auch für uns gewaltige Feste vor der Tür: Die in den Untiefen des Maines versenkten Flaschen dürfen wieder aufsteigen und auch für „Friedl“ naht das Ende. Schlachttag Heißt die Parole, bevor auch diese Sau noch wahnsinnig wird !